Einfache Meridian – Dehnübungen im Stehen

nach Shizuto Masunaga

Heute möchte ich wieder mehr auf einen körperlichen Zugang hinweisen, wie wir uns in Balance bringen und halten können. Viel Freude bei der Meridiandehnübung!!

Shizuto Masunaga schuf ein vollständiges Übungssystem, bei dem man selbstständig jeden einzelnen Hauptmeridian des Körpers und die dazugehörigen Organe aktivieren kann.

Neben den Grundübungen zur Meridiandehnung möchte ich Ihnen hier eine kurze Anleitung zu Übungen im Stehen geben, die auch im Büro und in der Alltagskleidung zwischendurch durchführbar sind. Wie immer: bitte achten Sie im Sinne von Selbstrespekt und Selbstfürsorge auf Ihre Grenzen! Es geht nicht darum, wie „gut“ Sie eine Übung machen, sondern wie regelmäßig!

Wenn sie die Übungen machen, gehen Sie bitte nicht ruckartig vor und erzwingen Sie nichts. Achten Sie auf Ihre eigenen Grenzen und gehen Sie nicht über diese hinweg. Mit ein wenig Übung und einer gewissen Kontinuität werden Sie schnell feststellen, wie der Körper immer flexibler und vitaler wird. Ziel dieser Übungen ist nicht Ihre Muskeln zu entwickeln, sondern vielmehr die Erhaltung der Gesundheit, Förderung von Entspannung und Beweglichkeit und den Zustand der Meridiane erfahren zu lernen.

Atmen Sie ruhig ein, und dehnen Sie sich bei der Ausatmung. Verweilen Sie jeweils 5-7 Atemzüge in jeder der nachfolgend beschriebenen Positionen.

Halten Sie durch und machen Sie die Übungen mindestens eine Woche lang täglich –  es lohnt sich!! Und vielleicht möchten Sie die Übungen nach einer gewissen Zeit überhaupt nicht mehr missen!!

Übung – Ren Mo und Du Mo (kleiner Energiekreislauf)

Zum Aufwärmen dehnen Sie mit Ren Mo und Du Mo den kleinen Energiekreislauf.

Übung für den Lungen- und Dickdarmmeridian – Metallelement

Stellen Sie sich aufrecht hin, die Füße sind etwa in Schulterbreite gespreizt. Verschränken Sie hinter dem Rücken die Hände ineinander, die beiden Zeigefinger stehen ab und berühren einander (der Dickdarmmeridian beginnt am Zeigefinger).

Beugen Sie nun Ihren Oberkörper nach vorn und unten, wobei die überkreuzten Hände so weit wie möglich über den Kopf nach vorne gehen.

Spüren Sie in die gedehnten Bereiche und versuchen Sie bei jeder Ausatmung ein wenig mehr zu entspannen. Nach 5 tiefen Atemzügen richten Sie sich wieder langsam Wirbel für Wirbel auf.

Diese Übung bringt stagnierte Energie ins fließen.

Übung für den Milz- und Magenmeridian – Erdelement

Stellen Sie sich auf ein Bein und winkeln Sie das andere Bein nach hinten an. Umfassen Sie den Fuß hinter dem Körper mit der Hand derselben oder der anderen Körperseite. Dann strecken Sie den freien Arm in die entgegengesetzte Richtung nach oben und hinten. Beginnen Sie auf der Seite, auf der Ihnen die Übung weniger schwer fällt.

Atmen Sie langsam ein, während Sie den Fuß hochziehen soweit es geht, das Standbein ist durchgestreckt. Nachdem Sie tief eingeatmet und sich soweit wie möglich in die Dehnung hineinbegeben haben, atmen Sie aus, geben Chi frei und dehnen sich noch ein bisschen mehr. nach fünfmaliger Wiederholung auf der leichteren Seite wechseln Sie zur anderen Seite.

Übung für den Herz- und Dünndarmmeridian – Feuerelement

Bei der ersten Übung für diese Meridiane versuchen Sie, die Finger hinter dem Körper zusammenzuführen, wenn möglich einzuhaken. Meist gelingt dies bei einer Körperseite besser als bei der anderen. Sie können dann ein Theraband oder ein Kleidungsstück zuhilfenehmen, um die Übung durchzuführen, auch wenn sich die Finger der beiden Hände nicht berühren können.

Bei der zweiten Übung zu diesen Meridianen legen Sie einen Arm über oder hinter den Kopf und greifen mit der Hand des zweiten Armes den Ellenbogen des ersten Armes. Sie üben so einen leichten Zug aus und dehnen sich mit der Ausatmung in die Position hinein, halten einige Atemzüge und lockern mit der Ausatmung wieder.

Übung für den Nieren- und Blasenmeridian – Wasserelement

Bei dieser Übung stellen Sie sich aufrecht mit gestreckten Beinen hin und beugen sich dann mit gestrecktem Rücken so weit vor, so weit es geht. Dann können Sie auch den Rücken beugen und lassen den Oberkörper ganz schwer werden und mit der Ausatmung nach unten sinken, so weit Sie kommen. Sie bleiben in dieser Position für einige Atemzüge hängen und richten sich dann mit einer Einatmung Wirbel für Wirbel wieder auf. Bitte achten Sie darauf, dass Ihnen bei dieser Übung schwindelig werden könnte. Wenn Sie damit Probleme haben, können Sie die Übung auch im Sitzen durchführen, indem Sie den Oberkörper auf die Beine legen.

Übung für den Herzkreislauf- und Dreifacherwärmermeridian – Feuerelement

Die hier vorgestellte Übung nennt Masunaga „Bärenschaukel“. Wem die Grundübung zu diesen Meridianen schwerfällt, kann grundsätzlich diese Übung durchführen. Für diese Übung stehen Sie mit den Füßen etwas mehr als schulterbreit auseinander und umfassen mit der Hand die jeweils gegenüberliegende Schulter. Um festzustellen, welcher Arm über dem anderen liegen soll, probieren Sie genauso wie in den Grundübungen beide Haltungen aus, um die angenehmere herauszufinden, mit der Sie dann beginnen. Greifen Sie dann soweit wie möglich mit den Händen nach hinten. Der Oberkörper neigt sich leicht nach vorne und der Kopf folgt. Stellen Sie sich die ganze obere Körperhälfte als Kopf des Bären vor und wiegen Sie ihn von einer Seite zu anderen. Beginnen Sie die Seite zu dehnen, deren Arm oben liegt, indem Sie sich soweit wie möglich in die andere Richtung wenden. Sie müssen bis zu dem Punkt drehen, an dem sich die Ferse des gegenüberliegenden Beines vom Boden zu heben beginnt. Schwingen Sie von einer Seite zur anderen.

Übung für den Leber- und Gallenblasenmeridian – Holzelement

Bei dieser Übung stehen Sie gerade aufgerichtet mit den Füßen zusammen und heben bei der Einatmung beide Arme über den Kopf. Bei der Ausatmung lehnen Sie sich auf eine Körperseite und bleiben dort mehrere Atemzüge. Dann wechseln Sie zur anderen Körperseite. Wieder beginnen Sie mit jener Körperseite, wo die Dehnung leichter fällt.

Als zweite Übung können Sie die seitliche Dehnung verstärken, indem Sie eine Position wie auf dem Bild einnehmen. Die Position der Beine ist eine leichte Grätsche, einen Arm legen Sie über den Kopf in Richtung andere Körperseite zu der Sie sich hinbeugen. Der zweite Arm liegt am Oberschenkel an der Seite und kann in der Imagination in Richtung Sprunggelenk ziehen. Beginnen Sie auch hier wieder mit der bequemeren Seite, halten Sie die Position sanft für einige Atemzüge und kehren Sie mit einer Einatmung in eine aufrechte Standposition zurück.