SchmerzFrei – Training nach Liebscher & Bracht – kurz und bündig erklärt – Teil 6

Liebscher & Bracht - Die Schmerzspezialisten

SchmerzFrei – Training nach Liebscher & Bracht – kurz und bündig erklärt – die Osteopressur

Was passiert bei dieser Anwendung? Die Anwendung ist im Grunde wie eine Manualtherapie, hat aber ein anderes Ziel, als im Körper irgendetwas zu verändern. Im Vordergrund dieser Methode steht das Gehirn. Hier soll eine Veränderung stattfinden. Liebscher & Bracht hat in den letzten 30 Jahren herausgefunden, dass die meisten Schmerzen, die im menschlichen Körper entstehen, damit zu tun haben, dass mögliche Bewegungen nicht gemacht werden. Dadurch entstehen muskulär-fasziale Hochspannungen, die die Gelenke bedrohen, die Gelenkknorpel, die Wirbelsäule, die Bandscheiben. Der Körper möchte sich davor schützen und reagiert mit Schmerz. Hier sprechen wir von funktionellen Schmerzen und nicht von strukturellen Schmerzen.

Diese Hochspannungen entstehen vom Ansteuern des Myofaszialsystems im Gehirn. Das Hirn hat “Programme” in den Basalganglien (BG), die für das Schmerzmodell nach Liebscher & Bracht von Bedeutung sind, ebenso wie das periaquäduktale Grau (PAG). Damit wird in diesem Schmerzmodell gearbeitet. Es werden Rezeptoren am Knochen benutzt und nicht im Muskel oder in den Faszien. In der Osteopressur wird am Knochen an 72 Stellen gearbeitet, Punkte, Linien, Flächen, die mit Schmerzzuständen korrelieren, die im Gehirn ausgelöst werden. Diese Stellen zu finden und gewissen Schmerzen zuzuordnen war die Arbeit von 30 Jahren. Es wird also mit Rezeptoren an der Beinhaut gearbeitet, freie Nervenenden die funktionell programmiert sind.

SchmerzFrei – Training nach Liebscher & Bracht – kurz und bündig erklärt – Die Faszienforschung

In der Zusammenarbeit mit Faszienforschern wurden die interstitiellen Rezeptoren die bei Schmerzzuständen aktiviert sind als Alarmschmerzrezeptoren bezeichnet. Das sind die Punkte, mit denen in der Osteopressur gearbeitet wird. Diese Punkte befinden sich nicht im Muskel, nicht in der Sehne, nicht in der Faszie, auch nicht an Übergängen, sondern direkt am Knochen. Über diese Rezeptoren werden die Programme in den Basalganglien beeinflusst: die “Hochspannungsprogramme” werden heruntergefahren. Es kommt dann zu einem Informationsaustausch zwischen BG und PAG. Das PAG ist für die Schmerzsteuerung verantwortlich – mehr oder weniger Schmerz. Man kann sagen, dass diese beiden “entscheiden” was mit einem Schmerz passiert, den der Mensch an Stellen am Körper empfindet.

SchmerzFrei - Training nach Liebscher & Bracht Harald Reiter Seestadt

Durch die Osteopressur nach L&B können wir das Gehirn so beeinflussen, dass die Spannungen in den Muskeln zurückgehen und der Alarmschmerz drastisch weniger wird. Aus der Erfahrung hat sich gezeigt, dass in den meisten Fällen BG und PAG für den Schmerz verantwortlich sind und nicht die Struktur, also die Arthrose oder der Bandscheibenvorfall als Beispiele. Wenn der Alarmschmerz nachgelassen hat, gibt es aufgrund einer Rückmeldung an das Gehirn von dort auch andere, gemäßigtere Ansteuerungen was die Spannung betrifft, und damit werden z. B. die Gelenke oder die Wirbelsäule weniger belastet. Das wird dann wieder von Rezeptoren gemessen und die neue Information an das Gehirn weitergeleitet. Dieser Vorgang – ansteuern – messen – rückmelden – neu “berechnen” im Gehirn findet laufend statt.

Die Osteopressur an 72 Körperstellen

In genau diesen Prozess wird mit der Osteopressur an den 72 Stellen eingegriffen. Die Erfahrung von Roland Liebscher-Bracht zeigt, dass in 95% aller Fälle der Ursprungsschmerz (100%) auf 0 bis 30 % reduziert werden kann, also eine Schmerzreduzierung von zumindest 70 %. Das belegt, dass der Schmerz muskulär-fasziale Hintergründe hat, unabhängig von der Diagnose. Das passiert in der ersten Anwendung der Osteopressur. Darauf folgt eine Umstrukturierung des Gehirns und der Faszie. Diese Erkenntnisse, dass Schmerz im Gehirn entsteht, sind in Übereinstimmung mit der modernen Schmerzforschung.

Wenn die Programme gelöscht werden, wird noch nicht der Schmerz gelöscht. Das ist noch ein bisschen feiner – die Osteopressur nach L&B ist keine Schmerztablette mit Druck am Knochen. Was erreicht wird ist eine Art Reset der Programme, ein Zurückstellen auf den ursrpünglichen Zustand vor dem Schmerzgeschehen, sodass sich der Körper wohl fühlen kann. Damit ist natürlich die Situation nicht dauerhaft bereinigt, denn die Ursache war ja all das, was im Alltag vor sich geht. Eine Anwendung kann zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist und andere Erklärungen damit ausgeschlossen werden können. Meist ist das der Fall! In weiteren Anwendungen wird dieser Prozess des “Zurücksetzens der Programme”, also des Ablaufes wie oben beschrieben, wiederholt und gleichzeitig beginnt die SchmerzklientIn mit den Engpassdehnungen.

SchmerzFrei - Training nach Liebscher & Bracht Harald Reiter Seestadt

Praxis ganz(heitlich) g´sund – Harald Reiter – Maria-Trapp-Platz 1 Top 703 in 1220 Wien (Seestadt) und in der Annagasse 5/2/6 in der Wiener Innenstadt

Terminvereinbarung für einen 90minütigen Ersttermin per Email an harald.reiter@shiatsu-im-raum.at oder telefonisch unter 0664 – 45 113 51. Bitte beachten Sie, dass meine Aufmerksamkeit während der Arbeit ganz meinen KlientInnen gehört und Sie mich wahrscheinlich nicht direkt erreichen. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht, ich werde Sie verlässlich zurückrufen.

Sie erreichen mich auch per SMS, WhatsApp, Signal und Telegram.

Nächste Woche werde ich dann kurz und bündig die Engpassdehnungen vorstellen.

Ich freue mich, wenn Sie wieder reinlesen.

Ihr Harald Reiter

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Quellen: