SchmerzFrei – Training nach Liebscher & Bracht – kurz und bündig erklärt – Teil 7

Liebscher & Bracht - Die Schmerzspezialisten

SchmerzFrei – Training nach Liebscher & Bracht – kurz und bündig erklärt – die Engpassdehnungen

Bevor wir uns den Engpassdehnungen zuwenden, möchte ich ein paar grundlegende Dinge aus den bisherigen Artikeln in Erinnerung rufen:

  • Die Funktion macht die Struktur = Nichtbewegen ist ebenso eine Art “Training” wie Bewegen. Mit Nichtbewegen trainieren wir den Abbau der Muskulatur. Die Struktur verändert sich damit in eine ungesunde Richtung.
  • muskulär-fasziale Hochspannung ist verantwortlich für 80 bis 95 % unspezifischer funktioneller Schmerzen
  • das Hirn hat die Hoheit über den Schmerz
  • ein Alarmschmerz wird “geschaltet”, wenn das Hirn von Rezeptoren über schädigende Spannung informiert wird

Was passiert nun bei den Engpassdehnungen nach Liebscher & Bracht?

Die als “therapeutische Engpassdehnungen” (EPD) bezeichneten Dehnungen festigen die in der Osteopressur eingeleiteten Schmerzreduktionen bis hin zu Schmerzlöschungen und die Neuprogrammierung der Basalganglien im Gehirn.

Die 27 therapeutischen Engpassdenhnungen unterscheiden sich von den Dehnübungen, die Sie im Youtubekanal von Liebscher & Bracht finden. Sie sind eine spezielle Form der Muskeldehnung, aber auch gleichzeitig der Muskelkräftigung und Muskelansteuerung! Sie sind das Resultat der Erfahrungen von Liebscher & Bracht in den letzten 30 Jahren. Es werden dabei aktive und passive Dehnreize mit Kräftigungs- und Ansteuerungsimpulsen vereint. Wenn Sie schon einmal bei mir waren und wir gemeinsam eine Dehnung eingeübt haben, aber auch wenn Sie bisher mit den Videos geübt haben, wissen Sie, wie herausfordernd diese Ansteuerung zu Beginn sein kann.

SchmerzFrei – Training nach Liebscher & Bracht – kurz und bündig erklärt – Die “verkürzte” Muskulatur

Durch das Zusammenspiel von aktiven und passiven Dehnreizen sowie Kräftigungs- und Ansteuerungsimpulsen kommt es zu einer körpereigenen (natürlichen) Bewegungsführung. Das hat mehrere Effekte:

  • die Muskeln und Faszien “verlängern” sich
  • Bindegewebsverwachsungen können sich auflösen
  • die Ansteuerung über Gehirn, Nerven und Zentralnervensystem wird gefördert

Durch zu wenig Bewegung (=die Bewegungswinkel sind stark eingeschränkt) und Hochspannung in der Muskulatur und in den Faszien kommt es zu Fehlprogrammierungen in den “Ansteuerungsprogrammen” im Gehirn. Durch die Engpassdehnungen werden diese Fehlprogrammierungen korrigiert und kommen wieder in einen physilogischen Zustand. Die Engpassdehnungen nutzen dazu verschiedene körpereigene Reaktionsmuster, um den Dehnungseffekt so groß und dauerhaft wie möglich zu installieren.

SchmerzFrei - Training nach Liebscher & Bracht Harald Reiter Seestadt

Wie oft sollen wir dehnen?

Wenn sich jemand von mir auf dem Weg zur Schmerzreduktion begleiten lässt, empfehle ich die gemeinsam eintrainierten Übungen in der Regel 1mal täglich durchzuführen und dafür maximal 15 Minuten aufzuwenden – 6mal in der Woche. Wenn jemand Zeit hat und motiviert ist, können die Dehnübungen auch 2mal am Tag durchgeführt werden. Der Zeitpunkt richtet sich dabei danach, was angenehm in den Tagesablauf einbaubar ist. Täglich zur gleichen Uhrzeit zu üben unterstützt dabei die Etablierung einer neuen positiven Gewohnheit.

Eine therapeutische Engpassdehnung dauert etwa 2,5 Minuten. Sie können daher im Zeitrahmen von 15 Minuten mehrere Übungen machen und diese auch mit den Faszienrollmassagen oder der Light-Osteopressur kombinieren. Dazu werden wir noch kommen. Die Reihenfolge und Auswahl der Engpassdehnungen wird bei den Terminen besprochen.

Oft werde ich gefragt “Muss ich jetzt die Übungen bis zu meinem Lebensende machen?” Meine Antwort ist darauf immer eine Gegenfrage: “Müssen Sie bis zum Lebensende Ihre Zähne putzen?” Damit meine ich, solange die Ursachen für die Hochspannungen nicht beseitigt werden können, z.B. ganztägiges Sitzen im Büro verbunden mit hoher Konzentration bei der Bildschirmarbeit und Dauerstress, solange werden Sie auch die Übungen machen müssen. Falls Sie schmerzfrei sein wollen!
Natürlich kann die Übungsintensität den Erfordernissen angepasst werden. Wenn Sie Uralub von der Büroarbeit haben und in diesem Urlaub klettern, schwimmen und Yoga machen, werden Sie für diese Zeit wahrscheinlich keine Engpassdehnübungen machen müssen. Oder wenn der Schmerz mit den Übungen verschwunden ist, werden Sie die Übungen vielleicht auch nur mehr 3mal pro Woche machen müssen. Sie werden selbst sehen, was für Sie passend ist. Ganz mit den Übungen aufzuhören und auch sonst keine alternative Bewegung mit ähnlicher Wirkung zu machen hat ziemlich sicher ein Ergebnis: der Schmerz kommt zurück!

Hand aufs Herz: 15 Minuten dehnen, 3-6 mal in der Woche und dafür schmerzfrei zu sein – das ist doch ein gutes Geschäft!

Eine weitere Frage ist manchmal, ob nach den ersten 3-5 Terminen und regelmäßiger Anwendung der Engpassdehnungen und Faszienrollmassagen weitere Termine bei mir erforderlich sind? Hier ist zu sagen, dass wir bei den Terminen immer nur einen Schmerz bearbeiten. Das ist die gemeinsame Arbeit, solange bis der Schmerz weg ist oder eine erhöhte Spannung nicht mehr als Schmerz oder Einschränkung wahrgenommen wird. Wenn Sie keine Schmerzen haben, macht es keinen Sinn, zu mir zu kommen. Manchmal besteht dann trotzdem das Bedürfnis nach einem regelmäßigen “Check”. Dafür – wenn es keinen Schmerz gibt – empfehle ich dann Shiatsu in Anspruch zu nehmen. Damit kann der ganze Organismus entspannen und die indirekten Schmerzursachen können auch präventiv bearbeitet werden.

SchmerzFrei - Training nach Liebscher & Bracht Harald Reiter Seestadt

Praxis ganz(heitlich) g´sund – Harald Reiter – Maria-Trapp-Platz 1 Top 703 in 1220 Wien (Seestadt) und in der Annagasse 5/2/6 in der Wiener Innenstadt

Terminvereinbarung für einen 90minütigen Ersttermin per Email an harald.reiter@shiatsu-im-raum.at oder telefonisch unter 0664 – 45 113 51. Bitte beachten Sie, dass meine Aufmerksamkeit während der Arbeit ganz meinen KlientInnen gehört und Sie mich wahrscheinlich nicht direkt erreichen. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht, ich werde Sie verlässlich zurückrufen.

Sie erreichen mich auch per SMS, WhatsApp, Signal und Telegram.

Nächste Woche werde ich dann kurz und bündig die 3 Schritte der therapeutischen Engpassdehnungen vorstellen und worauf Sie dabei achten müssen.

Ich freue mich, wenn Sie wieder reinlesen.

Ihr Harald Reiter

Hier kommen Sie zu Teil 1 bis 6 der Serie SchmerzFREI – kurz und bündig – bitte klicken.

Quellen: