SchmerzFrei – Training nach Liebscher & Bracht – kurz und bündig erklärt – Teil 8

Liebscher & Bracht - Die Schmerzspezialisten

SchmerzFrei – Training nach Liebscher & Bracht – kurz und bündig erklärt – die therapeutischen Engpassdehnungen

Im letzten Artikel haben wir uns mit Grundprinzipien der Engpassdehnungen und deren Wirkweise befasst. Heute möchte ich Sie einladen, dass wir uns die genaue Anwendung der therapeutischen Engpassdehnungen ansehen, da sich diese doch von den allermeisten Videos im Youtubekanal von Liebscher & Bracht unterscheidet.

Was passiert nun bei den therapeutischen Engpassdehnungen nach Liebscher & Bracht?

Die Wirksamkeit der Engpassdehnungen hängt von 3 Hauptfaktoren ab. Einer davon ist die Schmerzskala, die wir schon in Artikel 5 besprochen haben.

Jene Schmerzintensitäten in dessen Bereichen wir abeiten sind

  • die Intensität 8 = deutlicher Schmerz, der erträglich ist
  • die Intensität 9 = sehr deutlicher Schmerz, der sich gerade noch ohne Gegenreaktion (Atem anhalten, sich körperlich oder innerlich anspannen) ertragen lässt!

Wir befinden uns hier in der “Lern- und Wachstumszone“. Hier kann Veränderung stattfinden. Darunter, in der Komfortzone, gibt es keine bis sehr wenig Veränderung. Darüber, in der Panikzone, sind auch keine positiven Ergebnisse zu erwarten. Bei den Engpassdehnungen führt ein Verlassen der Lern- und Wachstumszone nach oben zu Verletzungsgefahr. Daher ist es ganz wichtig, genau hin zu spüren.

Und dazu brauchen Sie Zeit! Es ist also unbedingt erforderlich, sich diese Zeit zu nehmen, um mit geringer Geschwindigkeit zu dehnen!

SchmerzFrei – Training nach Liebscher & Bracht – kurz und bündig erklärt – Geschwindigkeit als wichtiger Faktor bei den Engpassdehnungen

Wenn die Geschwindigkeit zu hoch ist, Sie zu schnell sind, dann können Sie viel leichter aus dem Bereich größer 8 und kleiner 10 hinaus”rutschen”. Sie spüren dann eine 10 oder 12 erst dann, wenn es schon passiert ist. Langsam in die Übung hineingehen ist demnach wirklich wichtig!

SchmerzFrei - Training nach Liebscher & Bracht Harald Reiter Seestadt

Die 3 Schritte der therapeutischen Engpassdehnungen

Schritt 1 – Dehnen

Die Dehnung wird langsam aufgebaut und erfolgt dabei durch Fremdkraft, also zum Beispiel die Hand oder den Boden oder die Wand. Der Dehnungsschmerz sollte dann gleichbleibend größer als 8 und kleiner als 10 sein. Am Anfang empfehle ich, nicht über Intensität 9 zu gehen. Immer wenn die Intensität = das Dehnungsgefühl nachlässt, weil Muskeln und Faszien nachlassen, dann sinken wir mit der Ausatmung weiter in die Dehnung. Auch hier wieder: nicht auf die Schmerzskala vergessen!

Schritt 2 – Gegenspannen = isometrische Anspannung des gedehnten Agonisten

Für 10 Sekunden werden die gedehnten Muskeln angespannt, genau dort wo der Dehnungsschmerz am meisten spürbar ist. Um bessere Ergebnisse zu erzielen, soll dieses Gegenspannen als Maximalkrafttraining ausgeführt werden. Auch hier hilft uns die Schmerzskala, nicht zu übertreiben. Wichtig ist auch, dass beim Gegenspannen keine Bewegung stattfinden darf (=isometrisch).

Anschließend wird die Gegenspannung langsam gelöst und wir gehen weiter in die Dehnung hinein. Wir erweitern also jeweils mit der Ausatmung die Dehnung. Ich bezeichne diesen Schritt gerne als “Nachdehnen”. Dafür lassen wir uns etwa 20 Sekunden Zeit.

Diese Schritte bewirken eine verbesserte Ansteuerung in der Endgelenkposition und sind auch bei Entzündungen hilfreich.

Das Gegenspannungen und Nachdehnen wird 3mal ausgeführt.

Schritt 3 – Aktivdehnung in derselben oder einer neuen Position

Danach nehmen wir eine veränderte Position ein und ziehen uns mit langsam aufbauender bis maximaler Kraft aktiv in die Dehnung hinein. Dieser Schritt dauert etwa 10 Sekunden. Hier passiert eine ganz wichtige Veränderung im Gehirn: in den Basalganglien werden neue Bewegungsprogramme abgespeichert.

Wie viele Übungen muss ich machen?

Pro Schmerz haben wir im Durchschnitt 5 Übungen, um die Beweglichkeit wieder herzustellen und damit den Schmerz abzuschalten. Diese Übungen werden in den 3-5 Behandlungsterminen eintrainiert. Ganz wichtig ist hier zu beachten, dass auch nur ganz kleine Abweichungen z.B. in einem Winkel die Wirkung der Übung massiv reduzieren können. Wenn also die Übungen nicht wirken, ist wahrscheinlich die Ausführung noch nicht optimiert.

Es kann sein, dass Sie mehr Übungen bekommen, als Sie in den täglichen 15 Minuten unterbringen können. Das macht nichts. Sie können dann die am wirksamsten auswählen. Eine andere Methode ist, die Übungsblätter von oben nach unten im Stapel durchzumachen bis die Zeit um ist und am nächsten Tag genau dort wieder weiterzumachen.

SchmerzFrei - Training nach Liebscher & Bracht Harald Reiter Seestadt

Praxis ganz(heitlich) g´sund – Harald Reiter – Maria-Trapp-Platz 1 Top 703 in 1220 Wien (Seestadt) und in der Annagasse 5/2/6 in der Wiener Innenstadt

Terminvereinbarung für einen 90minütigen Ersttermin per Email an harald.reiter@shiatsu-im-raum.at oder telefonisch unter 0664 – 45 113 51. Bitte beachten Sie, dass meine Aufmerksamkeit während der Arbeit ganz meinen KlientInnen gehört und Sie mich wahrscheinlich nicht direkt erreichen. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht, ich werde Sie verlässlich zurückrufen.

Sie erreichen mich auch per SMS, WhatsApp, Signal und Telegram.

Nächste Woche werde ich dann kurz und bündig die Faszienrollmassage vorstellen und worauf Sie dabei achten müssen.

Ich freue mich, wenn Sie wieder reinlesen.

Ihr Harald Reiter

Hier kommen Sie zu Teil 1 bis 7 der Serie SchmerzFREI – kurz und bündig – bitte klicken.

Quellen:

  • www.liebscher-bracht.com
  • “Nackenschmerzen selbst behandeln”, Roland Liebscher-Bracht, GU-Verlag
  • Ausbildungsmitschriften
  • Ausbildungsordner