Header Homepage ED

Der Einsichtsdialog nach Gregory Kramer

 

Weisheit und Mitgefühl durch Mediation im Dialog

Übungsabende Einsichtsdialog – Theravadaschule Wien

6-Wochen Kurs Einsichtsdialog – Praxis im Raum Wien

Gregory Kramer: Basis and Purpose of Insight Dialogue

Gregory Kramer, Mindfulness in Relationship: The Power of the Shared Human Experience

 


Weisheit und Mitgefühl durch Mediation im Dialog

Ein wesentlicher Teil unseres Leidens am Leben entspringt unseren Beziehungen zu anderen. Mit dieser Erkenntnis hat Gregory Kramer in den 1990er Jahren eine Meditationsform entwickelt, die die klassische Einsichtsmeditation sehr effektiv ergänzen kann. Ich durfte diese Form von Meditation in einem Achtsamkeits-Retreat kennenlernen und nehme seit 2008 an einer Einsichtsdialog-Gruppe teil. Während dieser Zeit konnte ich die Praxis in Wochenend- und Wochen-Retreats mit Gregory Kramer und Bhante Sukhacitto vertiefen und nehme seit 2017 auch an einem Anleiter – Training mit Gary Steinberg teil. Was für mich die Qualität dieser Praxis ausmacht, ist die Kraft der Präsenz eines Gegenübers in der Meditation für die Entwicklung von Achtsamkeit und Einsicht.

Im Einsichtsdialog entwickeln wir unsere Achtsamkeit im stillen Sitzen, Stehen und Gehen und in der Alltagspraxis und lernen dann den spirituellen Weg zwischenmenschlich zu verstehen. Unser gesamter Weg zum Erwachen kann somit vollkommen in das Zusammenleben mit anderen integriert werden. Das Leiden, das in unseren Beziehungen und in der Gesellschaft insgesamt steckt, wird durch die zwischenmenschliche Meditationspraxis direkt enthüllt. Der Einsichtsdialog liefert uns einen Weg, wie wir die Knoten hinter Leid und Verwirrung im zwischenmenschlichen Kontakt lösen können.

Das Vorgehen ist ähnlich wie in der traditionellen individuellen Meditation indem wir Achtsamkeit und Geistesruhe kultivieren. Im Ablauf einer formalen Praxis findet zuerst eine stille Sitzperiode statt. Im Anschluss werden die Praktizierenden gebeten, sich paarweise oder in kleinen Gruppen zusammenzufinden. Sechs Anweisungen führen durch die zwischenmenschliche Meditationspraxis. Die erste lautet „Innehalten“ und lädt ein, die Bewegung des Geistes zu unterbrechen. Die Praktizierenden verankern dazu ihre Achtsamkeit im Hier und Jetzt im Körper und Geist. Mit der zweiten Anweisung „Entspannen“ bietet sich die Möglichkeit, die Erfahrung im Innehalten akzeptierend anzunehmen, sich körperlich und geistig zu entspannen, damit der Geist sich beruhigen kann. In der dritten Anleitung „Öffnen“ begeben sich die Meditierenden erstmals in die spezifische Situation der zwischenmenschlichen Meditation, sie öffnen sich sowohl der MeditationspartnerIn wie auch dem inneren Erleben und damit der gesamten Erfahrung. Die Ausweitung auf die Außenwelt öffnet die Tür für die Gegenseitigkeit. Gregory Kramer bezieht sich hier auf die Satipatthana Sutta, die Grundlagen der Achtsamkeit, wo es im wiederkehrenden Vers zwischen den Abschnitten heißt: „Auf diese Weise verweilt er hinsichtlich des Körpers…. der Gefühle… des Geistes… der dhammas innerlich…äußerlich….sowohl innerlich wie auch äußerlich betrachtend.“ Die vierte Meditationsanweisung im Einsichtsdialog lautet „sich auf das Entstehen einstimmen“. Diese Anweisung lädt ein, das Entstehen, Verändern und Vergehen, die Vergänglichkeit allen Erlebens, zu beobachten. Die letzten beiden Instruktionen beziehen sich direkt auf den Dialog: „tief zuhören“ und „die Wahrheit sprechen“. Tief zuhören öffnet die Sinne für die Worte, die Stimme und die Körpersprache. Und die Wahrheit sagen ist das wahrhaftige Sprechen über das, was wir sehen, hören, spüren, erleben, über unsere subjektive Wahrheit des Erlebens.

786465_original_R_by_w.r.wagner_pixelio.de - paint groß

Bild_by_w.r.wagner_pixelio.de

Die Anweisungen können einzeln geübt werden, sind aber im Erleben eins. Nachdem die Meditierenden die Anweisungen kennengelernt und erlebt haben, folgen im formalen Praxisablauf Kontemplationen im Sinne einer vertieften Betrachtung. Themen für die Kontemplationen können vorgegeben werden, wie es in einem Retreat geschieht, oder in einer Übungsgruppe von den TeilnehmerInnen selbst eingebracht werden. Die Bandbreite reicht von alltäglichen Betrachtungen wie zum Beispiel die Lebensrollen die wir einnehmen, Veränderung, Freude im Leben, Sterben bis hin zu Themen aus der Buddhalehre wie die Hindernisse, die Daseinsgruppen oder die Erwachensfaktoren usw. Bei den Kontemplationen wenden die Meditierenden die sechs Anweisungen an.

Die Meditierenden stoßen beim Einsichtsdialog auf mehr Reize zu reagieren oder festhalten oder ablehnen zu wollen, als in stiller Praxis. Aber sie entdecken auch, dass sie sich bei diesen Herausforderungen wie bei dieser Praxis insgesamt gegenseitig unterstützen können – die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Achtsamkeit und Geistesruhe sind das Fundament des meditativen Prozesses, während die Kontemplationen es möglich machen, dass die Praxis tief in unsere mentalen und emotionalen Konstrukte hinabreicht und sie mit einer großen Kraft transformieren.

Das Erlebnis der Interaktion mit einem anderen Menschen ändert sich von Moment zu Moment, sowohl in der zwischenmenschlichen Meditation wie im täglichen Leben. Die befreiende Dynamik der Meditation kann so in den Alltag und in die Gesellschaft hinausgetragen werden. In der Interaktion zum Beispiel mit einer Arbeitskollegin oder im Familienkreis ist eine spontane Erinnerung möglich, sich zu entspannen sobald ein krampfhaftes Festhalten an irgendetwas mit Klarheit und Mitgefühl gesehen werden kann. Das ermöglicht uns Dinge, die wir normalerweise in der Geschäftigkeit unseres Lebens übersehen, wahrzunehmen und zu verstehen und mehr Akzeptanz für uns selbst und andere aufzubringen.

Die Praxis des Einsichts-Dialogs ist ortsunabhängig realisierbar, es reicht ein interessierter Meditationspartner, um üben zu können. Auch eine Praxisgruppe kann man überall gründen. Einsichts-Dialog Gruppen können sich einmal pro Woche oder wie die bestehende Gruppe in Wien einmal im Monat treffen.

Greg-headshot-2Gregory Kramer, Dr. phil., Mitbegründer und Präsident der Metta Foundation, lehrt Vipassana seit den 80er Jahren. Er hat die Methode des „Einsichts-Dialogs“ entwickelt und vermittelt diese, hauptsächlich in Retreats, seit 1995 in den USA, Asien, Europa und Australien. Er ist Autor des Buchs „Insight Dialogue“ („Einsichtsdialog“ im Arbor Verlag). Auf der Seite www.metta.org findet man weiterführende Informationen, Text- und Audiomaterial von Gregory Kramer und anderen LehrerInnen sowie Veranstaltungshinweise für Online-Vorträge und Retreats weltweit.

Bhikkhu Sukhacitto Portrait-5494c0f8Einer der im Einsichtsdialog von Gregory Kramer ausgebildet wurde und diese Praxis seit mehr als 6 Jahren in verschiedenen Ländern lehrt, ist Bhante Sukhacitto. Er gründet aktuell nahe Hannover eine klösterliche Gemeinschaft für den Dhamma-Dialog: „Kalyana Mitta Vihara – Kloster der Edlen Freundschaft“. Damit wird es für den deutschsprachigen Raum künftig mehr Praxismöglichkeiten für den Einsichtsdialog geben. Mehr Info dazu auf: www.dhammadialog.de.

In Wien gibt es Übungsabende, die für Praktizierende wie auch Interessierte offen sind. Bei Interesse bitte Kontaktaufnahme: Harald Reiter, einsichtsdialog@outlook.at


Übungsabende Einsichtsdialog – Theravadaschule Wien

An den Übungsabenden können alle Interessierten und Praktizierenden ohne Vorkenntnisse teilnehmen.

Übungsabende: 13. Dezember

Vorschau 2019: 10. Jänner, 7. Februar, 7. März, 4. April

jeweils von 19.30 – 21.30

Leitung: Harald Reiter

Ort: BZ Fleischmarkt 16, 1010 Wien, 1. Stock, Theravadaschule

Keine Anmeldung notwendig!

Mehr Information HIER und HIER.


6-Wochen Kurs Einsichtsdialog – Praxis im Raum Wien

6-Wochen – Kurs Einsichtsdialog nach Gregory Kramer

Leitung: Harald Reiter

6 Wochen an Donnerstagen von 18.30 bis 21 Uhr: 14. Februar, 21. Februar, 28. Februar, 14. März, 21. März, 28. März 2019

1 ganzer Tag von 10 bis 16.30 Uhr am 30. März 2019

Praxis im Raum, Rauhensteingasse 7/13, 1010 Wien

Anmeldung unter harald.reiter@shiatsu-im-raum.at oder Tel. 0664 – 45 113 51

Was erwartet Sie in einem 6-wöchigen Einsichtsdialog – Kurs?

In wöchentlichen zweieinhalb- bis dreistündigen Einheiten üben wir sechs Abende lang gemeinsam die Kernelemente des Einsichtsdialoges:

  • Sitzmeditation mit Achtsamkeit auf den Atem, die Körperempfindungen, Gedanken und Gefühle
  • Achtsame Körperwahrnehmung im Dialog
  • Kennenlernen und vertiefen der 6 Meditationsinstruktionen zum Einsichtsdialog
  • Anwendung des Einsichtsdialoges im Alltag
  • Kontemplationen zu verschiedenen Lebensbereichen
  • Erfahrungsaustausch und Reflexion in der Gruppe
  • Begleitende, regelmäßige Übungspraxis zuhause
  • Tag des Dialoges
  • Kurze Impulsvorträge zu Schwerpunktthemen wie Achtsamkeit in der Kommunikation und andere

Das Leistungspaket | Was bekommen Sie von mir?

• Vorbedingung ist der Besuch eines Einsichtsdialog – Übungsabend und persönliches Vorgespräch danach – nur mit Terminvereinbarung
• „mp3-Files“ mit angeleiteten Übungen zum Einsichtsdialog
• Kurshandbuch – Arbeitesblätter zu den Kursabenden
• Gesundes, vegetarisches Mittagessen am „Tag des Dialoges“
• Empfohlenes Nachgespräch (im Rahmen eines Übungsabends)
• Angebot einer ergänzenden Beratungs- oder Coaching-Einheit von 60 Min. innerhalb von drei Monaten nach dem Kursende mit einer Ermäßigung von 20% auf den Normaltarif

Termine | Kosten

• Kursabende: 6 x 2,5 h
• Uhrzeit: 18:30 – 21:00 Uhr
• Termine: 6 Donnerstage von Februar bis März, genaue Termine wie oben
• „Tag des Dialoges“: Samstag 30.März 2019, 10:00 – 16:30 Uhr
• Gruppengröße: Mind. 6 Personen und Max. 8 Personen
• Kursort: Praxis im Raum, Rauhensteingasse 7/13, 1010 Wien
• Kosten: Für Organisation, Essen, Lehrmittel und Raum € 98.-, der Kurs selbst findet auf Dana – Basis statt (Dana – Prinzip = Freies Geben)*

* Dana-Prinzip

Dana, was soviel heißt wie im Geiste der Großzügigkeit und Solidarität, ist ein wesentlicher Bestandteil buddhistischer Geistes- und Herzensschulung.

In Asien geht man davon aus, dass die Lehre mit Geld nicht zu bezahlen ist. Sie ist keine Ware, hat eher die Gestalt eines Geschenkes, für das ich mich in angemessener Weise erkenntlich zeigen möchte.

Die Funktion des Dana betrifft unter anderem zwei Übungsgebiete, zum Einen geht es um die eigene Praxis der Großzügigkeit und Entwicklung einer Verbundenheit mit allen Lebewesen. Der zweite Aspekt ist die Unterstützung von Lehrenden, Praxisorten und der Lehre in all ihren Ausformungen.

Die Entfaltung von Großzügigkeit als spirituelle Praxis ist eine Übung in der Kunst des Gebens und Nehmens. Wir setzen uns mit unseren Prioritäten auseinander. Was ist uns wirklich wichtig in diesem Leben? Wo liegt wahres Glück für uns? Wie drückt sich unser Wissen darüber in unserem Verhalten aus, wie verbringen wir unsere Zeit, was unterstützen wir mit unserem Geld, wofür setzen wir unsere Energie ein?

In welchem Verhältnis steht spirituelle Praxis zu anderen Aspekten unseres Lebens? Wieviel Großzügigkeit kann ich mir wo „erlauben“?

Richtig praktizierte Großzügigkeit und Offenherzigkeit schafft innere Weite, schafft Verbundenheit zu anderen Wesen. Wer großzügig sein kann ist reich, hat soviel, dass er/sie geben kann. Die Praxis des Gebens ist auch ein aktives Loslassen von Dingen die uns ohnehin nur für eine bestimmte Zeit anvertraut sind. Gebe ich mit Freude, verbindet mich dies mit der Freude des Empfängers.

Wie finde ich das rechte Maß von Geben und Nehmen? Kann ich auch annehmen? Wo liegen meine Grenzen, kann ich sie weiten oder muss ich sie so akzeptieren?

Die Übung von Großzügigkeit, Dana, ist genau das, eine Übung, man kann nichts falsch machen.

Die Unterstützung von Lehrenden, Praxisorten und der Lehre im Allgemeinen ist auch eine Möglichkeit, Dankbarkeit zu zeigen für das Privileg, mit Wegen zur Befreiung von Herz und Geist in Berührung gekommen zu sein. Wir haben die Gelegenheit mit unserer Zeit, unserem Geld, unserer Energie und unserem Interesse Möglichkeiten für spirituelle Praxis zu schaffen und zu erhalten. Wir können mithelfen, dass sich Weisheit und Mitgefühl in unserer Welt manifestieren.

Lehrende, Praxisorte und die Lehre sind auf diese Unterstützung angewiesen. Lehrende können sich in dem Maß der Weitergabe der Lehre widmen, in dem sie unterstützt werden. Die gelebte Solidarität ermöglicht es auch weiterhin unzähligen Menschen, auf diese spirituelle Forschungsreise zu gehen.

Einen interessanten Artikel von Renate Seifarth zu dem Thema Dana gibt es bei der Deutschen Buddhistischen Union

 


Gregory Kramer: Basis and Purpose of Insight Dialogue

Screenshot (79)

Datenschutzhinweis: dieses Video ist ohne Cookies von Youtube eingebettet, es werden erst personenbezogene Daten an Youtube weitergeleitet, wenn Sie auf das Bild klicken! Datenschutzerklärung


Gregory Kramer, Mindfulness in Relationship: The Power of the Shared Human Experience

 

Screenshot (80)

Datenschutzhinweis: dieses Video ist ohne Cookies von Youtube eingebettet, es werden erst personenbezogene Daten an Youtube weitergeleitet, wenn Sie auf das Bild klicken! Datenschutzerklärung